Guardian

Das „Guardian“ ist LX Sabers erstes Serien-Saber. Der Hersteller aus Wien ist vor allem für seine Customs bekannt und steigt mit diesem Modell nun in den Markt ein.

Und es ist ein gelungener Einstand, soviel sei bereits verraten. Das Design ist schlicht aber elegant, die Möglichkeiten es zu personalisieren überschaubar. Immerhin gibt es eine Weathered-Variante und verschiedene Lederfarben im Shop zur Auswahl (und natürlich die Möglichkeit, sich die LED-Farbe auszusuchen). Wir haben uns für die Stunt-Variante entschieden, also ohne Sound.

Was uns sofort begeistert hat ist die Haptik. Der Griff hat den wohl geringsten Durchmesser, den man mit einer 25 mm Klinge noch bauen kann. Er liegt sowohl mit großen als auch kleineren Händen perfekt in der Hand. Ich habe unsere beiden Griffe absichtlich ohne Griffleder bestellt um zu sehen, wie die Haptik sich mit und ohne verändert.
Im Gegensatz zu vielen anderen Griffen macht das Leder sich hier aber tatsächlich positiv bemerkbar. Es muss nicht gleich Lachsleder sein, das ich auf unsere Griffe aufgebracht habe, aber ein griffiges Leder macht einen deutlichen Unterschied.

Der Griff ist lang genug um ihn bequem mit beiden Händen zu greifen, mit einer leichten (2 mm) Klinge aber auch ausgewogen genug, um das Saber mit einer Hand zu führen. Eine schwere Klinge (4 mm) schiebt den Balancepunkt allerdings deutlich nach vorne. An dieser Stelle sei auch gleich erwähnt, dass hier nur Klingen mit metrischen Durchmessern passen – die US-Klingen bedürfen einer Dremel-Behandlung um den Maßunterschied auszugleichen.

Es gibt einen ausgeprägten Choke-Point unterhalb des Emitters, der sowohl mit einer als auch beiden Händen sehr praktisch ist. Bei einhändiger Führung kann man hier sogar den Zeigefinger ablegen, was eine bessere Spitzenkontrolle ermöglicht.

Die Verarbeitung ist sehr gut. Auch nach ordentlichen Gefechten löst sich hier kein Gewinde – weder die Endkappe noch die Verschraubung oberhalb des Schalters für den Zugang zur Elektronik. Gerade die Endkappe löst sich durch die Vibrationen beim Kampf eigentlich bei allen anderen Sabers früher oder später immer …
Die Elektronik ist in einem Chassis wackel- und rutschfrei untergebracht. Sogar an einen Griff zum Herausziehen wurde gedacht – keine Fummelei und Rütteln, um den Akku aus dem Griff zu bekommen, wenn er geladen werden muss.

Kommen wir nun zu den weniger guten Dingen. Da wäre einmal der Schalter. Wie bei allen anderen Sabers mit einem solchen passiert es, dass man im Kampf unbeabsichtigt drankommt – und damit wird das Saber dunkel. Im Normalfall kein großes Ding, nur lästig. Sollte man jedoch tatsächlich auf Punkte kämpfen, könnte man so auch um den einen oder anderen gebracht werden. Mit Sound könnte dieses Problem weniger immanent sein, da man den Schalter hier länger gedrückt halten muss.
Die Lösung wäre natürlich die Gestensteuerung wie Lama di luce sie bietet – allerdings mit all den Schwachpunkten, die dieser Technik wiederum eigen sind.

Ein weiteres Problem ist die Klinge. Wie auch bei vielen anderen Sabers ist die Endkappe ein Schwachpunkt. Bei einer unserer Klingen flog nach einem Hieb auf die Maske die Kappe davon. Wir haben allerdings insgesamt vier LX Klingen im Einsatz und nur bei einer trat dies auf. Mir sind allerdings auch schon Endkappen von UltraSabers und Lama di luce davongeflogen …

In der Praxis gewöhnt man sich sehr schnell an die Sabers. War ich bisher vom Handling her ein absoluter Fan von Lama di luce, bin ich jetzt ein LX-Sabers Fan geworden. Der schmale Griff ist extrem wendig, macht es leicht, zwischen ein- und zweihändiger Führung zu wechseln und liegt doch absolut stabil in der Parade.

Der direkte Konkurrent von der Form her wäre das Saberforge „Arbiter“ – allerdings ist dieser Griff kürzer und seine Riffelung wird manchmal unangenehm. Außerdem stört der Covertech-Knubbel bei zweihändiger Führung enorm. Beides probiert – kein Vergleich …

Fazit: Wer ein Saber für den sportlichen Lichtsäbelkampf sucht, bei dem Preis und Leistung stimmen, der sollte LX Sabers eine Chance geben. Neben einwandfreier Verarbeitung gibt es auch noch guten Service – und das zu einem Preis, der durchaus mit den großen Amerikanern mithalten kann (rechnet man Versand und Zoll dazu).