Mittlerweile gibt es in den Weiten des Internets eine Menge an Herstellern, die „kampftaugliche“ Lichtsäbel bauen. Hierbei ist das Wort „kampftauglich“ aber ein offenbar sehr dehnbarer Begriff. Viele verstehen darunter einzig den Showkampf.

Im Prinzip ist die Entwicklung ähnlich wie im Historischen Fechten, als in den Anfangszeiten nur überschwere Schaukampfschwerter verfügbar waren. Heute gibt es aber bereits jede Menge an leichten, agilen Fechtschwertern. So ist es auch beim Lichtsäbel.

Ich möchte hier nun einige Hersteller und ihre Produkte vorstellen – aus der Perspektive des sportlichen Lichtsäbelkampfes.

Vorweg kurz die Anforderungen an einen Lichtsäbel: Robust genug, harte Schläge über einen längeren Zeitraum hinweg zu ertragen, liegt gut in der Hand, möglichst keine scharfen Kanten, batteriesparend.

Die Klinge

Noch ein paar Worte zur Klinge. Diese besteht in jedem Fall aus Polycarbonat, wobei die genaue Formel von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein kann. Polycarbonat ist grundsätzlich sehr schlagzäh und in seiner Festigkeit Stahl vergleichbar. Allerdings ist es nicht besonders kratzfest.

Es gibt mehrere Ausführungen von Klingen, die im sportlichen Lichtsäbelkampf Verwendung finden. Der erste Unterschied besteht im Außendurchmesser. In den USA sind 1″ Klingen üblich und passen in alle Griffe der US-amerikanischen Hersteller. In Europa ist aufgrund des metrischen Maßes ein Außendurchmesser von 25 mm üblich, was etwas weniger als die 1″ sind – so muss man etwa für Lama di luce Griffe die US-Klingen mit dem Dremel bearbeiten, damit diese hineinpassen.

Die Wandstärke entscheidet schließlich über Gewicht und Haltbarkeit der Klinge. 2 mm sind sogenannte „Show-“ oder „Midgrade“-Klingen. Diese leichten Klingen halten harten Hieben zwar stand, sind aber nicht so langlebig. Dafür sind sie im leichten Gefecht schnell und reduzieren die nötige Schutzausrüstung deutlich.

4 mm Wandstärke haben die sogenannten „Heavy Grade“-Klingen. Sie sind in ihrer Wirkung Stöcken vergleichbar und bedürfen daher besonderer Schutzausrüstung. Dafür sind sie sehr langlebig und halten auch heftige Schlagfolgen ohne Probleme aus.

Ultra Sabers

Ultra Sabers ist der vielleicht bekannteste US-Hersteller. Seit Jahren im Geschäft, produzieren die Texaner die wohl größte Menge an Lichtsäbeln weltweit. Außerdem sind sie die günstigsten am Markt.

Leider ist die Qualität durchwachsen. Die Stunts bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, haben aber den Schwachpunkt im Schalter, der die Belastung des Kampfes nur bedingt aushält. Dazu kommt generell eine Tendenz, die Elektronik nicht zu fixieren, was dazu führt, dass Batteriepack und LED im Griff herumrattern.

Die Lichtsäbel mit Sound sind noch anfälliger. Insbesondere der Batteriepack verträgt Stürze und Erschütterungen nur schlecht, die Li-Ionen Varianten sind etwas stabiler.

Ein Grundproblem aller Ultra Sabers ist der dicke Griff. Das macht sie oft unnötig schwer und für Leute mit kleineren Händen auch schlecht führbar. Besonders schlimm ist dies bei den gekrümmten Griffen – diese sind für den Kampf praktisch unbrauchbar.

Dennoch sind sie soweit OK und vor allem recht schnell verfügbar. Für den Einstieg eignen sich vor allem die günstigen Grab Bag Angebote.

Saberforge

Saberforge ist der zweite große US-Anbieter. Diese Lichtsäbel zeichnen sich auf den ersten Blick durch ihre Optik aus – wesentlich aufwändiger designed, in verschiedenen Varianten ausgeführt. Außerdem ist die LED deutlich heller.

Die Griffe sind schlanker, die Elektronik fixiert – auch bei den Stunts. Hier rappelt nichts im Griff.

Die Klingen gibt es hier nur in einer Ausführung – und ich habe bisher keine bessere gefunden. So schwer und stabil wie die US-Heavy Klingen, aber mit der Lichtdurchlässigkeit der Mediums sind Saberforge-Klingen einfach strahlend hell.

Ein Manko ist der durchschnittlich höhere Preis und die schlechtere Verfügbarkeit. Allerdings gibt es einen Etsy-Shop, in dem sofort verfügbare Sabers verkauft werden.

Für den sportlichen Kampf sind die Covertechs leider ein kleines Problem. Sie machen den Griff an der Waffe oft ein wenig umständlich oder unbequem.

Lama di Luce

Lama di Luce ist ein italienischer Hersteller, der seine Lichtsäbel vor allem an den Bedürfnissen von Ludosport orientiert, einer sportlichen Lichtsäbel-Schule. Dadurch kann man gleich vorweg feststellen, dass sie sich dafür perfekt eignen.

Klare Linien, individuell ausbalancierbar, ohne Schalter. Für den Kampf einfach perfekt.

Die Sabers werden mittels Gesten eingeschalten – und hier ist ein kleiner Wermutstropfen enthalten, denn dieser Mechanismus saugt leider passiv Strom. Schaltet man den Saber aus, muss man ihn mittels winziger Schalter im Knauf reaktivieren, was umständlich ist.

Ansonsten gibt es die Saber in zwei Varianten, einer ein- und einer zweihändigen, in verschiedenen Finishes. Die Elektronik ist Top – via PC kann man Klingenfarbe und Sound ändern, wobei letzterer nicht mit den gängigen Formaten kompatibel ist (zwar .wav, aber in seltsamer Ausformung …) – und perfekt verbaut. Nur die Lichtleistung lässt im Vergleich zu Wünschen übrig – sie entspricht in etwa der von Ultrasabers.

Preislich liegen diese Saber im Vergleich zu den US-Herstellern im oberen Mittelfeld.

LX Sabers

LX Sabers ist der (bisher) einzige österreichische Hersteller von Lichtsäbeln. Obwohl eher aus der Showszene kommend, hat LX Sabers von Anfang an auch die Kampftauglichkeit im Auge gehabt. Sein erstes eigenes Design, der Guardian, überzeugt daher auch mit schlichter Eleganz – und dem geringsten Durchmesser am Griff. Die Griffe sind schlank und gut ausgewogen und bieten einen definierten Absatz vor dem Emitter.

Die Sabers gibt es mit und ohne Sound, sie liegen preislich im guten Mittelfeld.

Beeindruckend ist die Verarbeitung der Sabers – es rappelt nichts im Griff, die Gewinde bleiben zu und auch der Akku verliert nicht einfach den Kontakt. Alles ist in einem Chassis verbaut und fixiert – auch bei den Stunts. Die Lichtleistung entspricht rein optisch der von Saberforge.

Die Klingen entsprechen dem europäischen Standard, d.h. sie passen problemlos in die Lama di Luce Griffe und auch in die US-Griffe. Umgekehrt sind die US-Klingen aber zu dick für den Griff. Bisher bietet LX Sabers nur Klingen mit 2 mm Wandstärke an, die sich aber als sehr widerstandsfähig erwiesen haben.