Jede Form von kämpferischer Auseinandersetzung wird von zwei Faktoren getragen. Einerseits den rein körperlichen Aspekten wie Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, sowie einer verwendeten Waffe. Andererseits aber auch dem Wissen, wie, wann und wo man die wirkungsvollsten Treffer setzen kann und vor allem, wie man vermeidet selbst getroffen zu werden.

Jede Methode des Kampfes (sei es Kampfkunst oder -sport) fußt darauf, diesen zweiten Teil in eine Methode zu fassen. Die unterschiedlichen Kampfstile stellen also verschiedene Methoden dar, einen Kampf für sich zu entscheiden. Diese Methoden mögen sehr speziell sein oder breit angelegt, sie alle haben aber ein bestimmtes Muster, nachdem sie vorgehen.

Nun haben wir mit dem Lichtsäbel ein Waffe, die nicht nur an sich fiktiv ist, es gibt auch noch verschiedene fiktive Methoden, sie einzusetzen. Man spircht auch von den sieben kanonischen Formen. Leider sind diese Formen nicht nur rein fiktiv, sie sind auch nur sehr grob definiert – auf eine Art, die in der Realität so niemals Bestand haben würde.

Die SaberAcademy Vienna hat anfangs ebenfalls versucht, auf diese Art zu arbeiten. Allerdings hat sich das schnell als unsinnig herausgestellt, wenn man tatsächlich mit dem Lichtsäbel wie mit einer (realen) Waffe fechten will. Schnell ließen wir daher dieses Konzept hinter uns und bald kristallisierte sich ein neues heraus: Functional Fiction.

Dieses Konzept arbeitet mit sechs Formen, die wie eine Festung aufgebaut sind.

Form I ist das Tor – es bildet den Zugang zum Kampf mit dem Lichtsäbel an sich. Hier lernt man den grundlegenden Umgang mit der Waffe, vornehmlich zweihändig.

Form II ist der Schlüssel – er öffnet das Tor, indem man hier einerseits die einhändige Führung der Waffe erlernt und andererseits die Bewegungen erweitert.

Form III ist der Schild – hier wird die Defensive taktisch und technisch ausgeformt.

Form IV ist die Peitsche – hier wird die Offensive in all ihren Varianten erforscht.

Form V ist der Schleier – hier wird Täuschung und Manipulation des Gegners zur Waffe gemacht.

Form VI ist der Rammbock – hier wird zielgerichtete Kraft dazu verwendet, den Gegner zu zerschmettern.

Functional Fiction bedeutet aber auch, dass es eine technische Basis gibt. Diese kommt aus realen Kampfkünsten – europäischen Schwert- und Stockkampfmethoden vor allem. Diese Basis wird in Form I und II vermittelt und wird mit den anderen Formen nur weiter ausgebaut. Das macht Functional Fiction auch relativ leicht erlernbar.

Jede Form beinhaltet sogenannte Moves. Moves sind bestimmte Techniken, bzw. kurze Abfolgen, die für die jeweilige Form charakteristisch sind. Es sind Techniken, die man im Gefecht immer dann einsetzen kann, wenn eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist (z.B. ein bestimmter Angriff).