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Sport-Lichtsäbel: Was ist das?

Was bedeutet das eigentlich, Sport-Lichtsäbel oder sportlicher Lichtsäbelkampf?

Nun, diese Bezeichnungen sollen vor allem die Abgrenzung dazu darstellen, was man auf diversen Veranstaltungen zu sehen bekommt: Schaukampf, bzw. Choreographie. Hierbei handelt es sich mehr um einen einstudierten Tanz als um einen „Kampf“.

Im Gegensatz dazu ist ein Gefecht im Sport-Lichtsäbel immer ein Kampf zwischen zwei Gegnern. Es geht darum, zu treffen ohne getroffen zu werden – und in letzter Konsequenz geht es darum, den Kampf zu gewinnen.

Aber es ist auch ein Sport, d.h. es gibt Regeln und vor allem eine Etikette, denen man sich unterwirft, sobald man in den Ring tritt. Die Regeln legen fest, wie Treffer gewertet werden und wer am Ende gewinnt – die Etikette legt fest, wie man sich im Kampf zu verhalten hat. Darunter fällt z.B. dass man Treffer anzeigt, die man erhält, oder dass man es vermeidet, mit übertriebener Härte fehlendes Können auszugleichen.

Und wie bei jedem Sport gilt: ohne Training geht es nicht. Wer erwartet, dass er nach einer Stunde bereits im Ring bestehen kann, der wird enttäuscht werden. Aber anders als in vielen anderen Kampfsportarten kann man beim Sport-Lichtsäbel sehr bald in den Ring steigen. Die Verletzungsgefahr ist eher gering, der Spaßfaktor dafür umso höher.

Schutzausrüstung

Demnach ein Lichtsäbel genauso wie ein Stock Verletzungen verursachen kann, sind je nach Trainingsmodus unterschiedliche Schutzvarianten notwendig.

Techniktraining und Spiel

Beim erlernen von Techniken mit einem Partner sind leichte Schutzhandschuhe (z.B. Militärhandschuhe) und eine ballistische oder Airsoftbrille ausreichend. Für Männer wird ein Suspensorium empfohlen.

Leichtes Sparring

Für geschwindigkeitsreduziertes Freifechten mit leichten Treffern reichen leichte Schutzhandschuhe und eine Fechtmaske aus. Ein Tiefschutz empfiehlt sich.

Leichtes Gefecht

Wird mit vollem Tempo aber leichten Klingen gefochten, sind stärkere Schutzhandschuhe (z.B. Motorrad- oder HEMA-Handschuhe) sowie eine Fechtmaske unbedingt nötig. Ebenfalls notwendig ist ein Tiefschutz.

Schweres Gefecht

Wird nicht nur mit voller Geschwindigkeit, sondern auch mit schweren Klingen gefochten, sind entsprechende Handschuhe (Lacrosse, HEMA, usw.), Fechtmaske mit Hinterhauptschutz, Torsoschutz (HEMA-Fechtjacke, Eishockeypanzerung), Ellbogen- und Knieschützer sowie ein Tiefschutz notwendig.

Grundsätzlich ist jeder Kämpfer angehalten, sich seine Schutzausrüstung nach seinen eigenen Bedürfnissen zusammenzustellen. Durch die unterschiedlichen Modalitäten muss auch nicht sofort eine vollständige Ausrüstung angeschafft werden.

Form II: Der Schlüssel

Form II: Der Schlüssel – Die Basis

Stand, Positionen, Angriffe, Paraden, der Ausfall

Form I: Das Tor

Form I: Das Tor – Basis

Grundlegende Basistechniken: Greifen des Lichtsäbels, Stand, Hiebe, Paraden

Erste Solo-Form, Partnerdrills

Form I: Das Tor – Schrittarbeit

Stand, Basisschritte

Form I: Das Tor – Richtungswechsel

Körperdrehungen, Richtungswechsel, Inverse Hiebe, der zweite Solo-Drill

Form I: Das Tor – Die drei Arten der Verteidigung

Meiden, Parieren und Versetzen – die drei Arten, einen Angriff abzuwehren.

Die Moves von Form I

Form IV: Die Peitsche

Wenn die dritte Form einen Schild bildet, erzeugt die vierte eine Peitsche, mit der der Gegner unablässig traktiert wird. Das Credo lautet „Angriff“, aus allen Richtungen, zu jeder Zeit, unablässig. Es ist die körperlich anstrengendste Form, weil man sich ständig in Bewegung befinden muss.

Doch es ist kein blindwütiges Angreifen, kein Spiel Kraft gegen Kraft. Vielmehr geht es um fortgeschrittene Schrittarbeit, das Spiel mit Distanz und Rhythmus und das taktische Element „Druck“. Den Gegner unter Druck zu setzen und zu erkennen, wo er darunter nachgibt, das ist das Geheimnis von Form IV.

Obwohl natürlich auch in dieser Form Abwehrtechniken verwendet werden, ist die beste Verteidigung hier dennoch der Angriff, denn solange der Gegner sich auf die Abwehr konzentrieren muss, kann er selbst nicht angreifen.

Form IV setzt auch auf den stetigen Wechsel zwischen ein- und zweihändiger Führung, sodass eine solide Basis in Form I und II absolut notwendig ist.

Form III: Der Schild

Nachdem wir mit der ersten und zweiten Form die Grundlagen des Fechtens mit dem Lichtsäbel erlernt haben, können wir nun darauf aufbauend taktischen und technischen Besonderheiten Raum geben. Zuerst, sinnvollerweise, der Verteidigung.

Form III verbindet bereits die Methoden von Form I und II, ergänzt sie um zwei Positionen, und lehrt den taktischen Einsatz einer undurchdringlichen Abwehr. Dabei geht es nicht nur um bloße Verteidigung, sondern auch im Wege, den Gegner zum Angriff zu bringen und zu kontern.

Wie ein Schild, der vornehmlich defensiv ist, aber auch zur Offensivwaffe werden kann, lehrt Form III den taktisch korrekten Einsatz von Abwehr und Verteidigung, um den entscheidenden Treffer zu setzen.

Functional Fiction

Jede Form von kämpferischer Auseinandersetzung wird von zwei Faktoren getragen. Einerseits den rein körperlichen Aspekten wie Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, sowie einer verwendeten Waffe. Andererseits aber auch dem Wissen, wie, wann und wo man die wirkungsvollsten Treffer setzen kann und vor allem, wie man vermeidet selbst getroffen zu werden.

Jede Methode des Kampfes (sei es Kampfkunst oder -sport) fußt darauf, diesen zweiten Teil in eine Methode zu fassen. Die unterschiedlichen Kampfstile stellen also verschiedene Methoden dar, einen Kampf für sich zu entscheiden. Diese Methoden mögen sehr speziell sein oder breit angelegt, sie alle haben aber ein bestimmtes Muster, nachdem sie vorgehen.

Nun haben wir mit dem Lichtsäbel ein Waffe, die nicht nur an sich fiktiv ist, es gibt auch noch verschiedene fiktive Methoden, sie einzusetzen. Man spircht auch von den sieben kanonischen Formen. Leider sind diese Formen nicht nur rein fiktiv, sie sind auch nur sehr grob definiert – auf eine Art, die in der Realität so niemals Bestand haben würde.

Die SaberAcademy Vienna hat anfangs ebenfalls versucht, auf diese Art zu arbeiten. Allerdings hat sich das schnell als unsinnig herausgestellt, wenn man tatsächlich mit dem Lichtsäbel wie mit einer (realen) Waffe fechten will. Schnell ließen wir daher dieses Konzept hinter uns und bald kristallisierte sich ein neues heraus: Functional Fiction.

Dieses Konzept arbeitet mit sechs Formen, die wie eine Festung aufgebaut sind.

Form I ist das Tor – es bildet den Zugang zum Kampf mit dem Lichtsäbel an sich. Hier lernt man den grundlegenden Umgang mit der Waffe, vornehmlich zweihändig.

Form II ist der Schlüssel – er öffnet das Tor, indem man hier einerseits die einhändige Führung der Waffe erlernt und andererseits die Bewegungen erweitert.

Form III ist der Schild – hier wird die Defensive taktisch und technisch ausgeformt.

Form IV ist die Peitsche – hier wird die Offensive in all ihren Varianten erforscht.

Form V ist der Schleier – hier wird Täuschung und Manipulation des Gegners zur Waffe gemacht.

Form VI ist der Rammbock – hier wird zielgerichtete Kraft dazu verwendet, den Gegner zu zerschmettern.

Functional Fiction bedeutet aber auch, dass es eine technische Basis gibt. Diese kommt aus realen Kampfkünsten – europäischen Schwert- und Stockkampfmethoden vor allem. Diese Basis wird in Form I und II vermittelt und wird mit den anderen Formen nur weiter ausgebaut. Das macht Functional Fiction auch relativ leicht erlernbar.

Jede Form beinhaltet sogenannte Moves. Moves sind bestimmte Techniken, bzw. kurze Abfolgen, die für die jeweilige Form charakteristisch sind. Es sind Techniken, die man im Gefecht immer dann einsetzen kann, wenn eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist (z.B. ein bestimmter Angriff).

SAV Trainingskonzepte

SaberAcademy Vienna betrachtet die unterschiedlichen Formen des Lichtschwertkampfes als Teile eines Pyramidensystems. Jeder Stil gibt dem Schüler neue Bausteine an die Hand, mit denen er letztendlich seinen eigenen, persönlichen Stil formen soll. Anders als in traditionellen Kampfkünsten ist dies das erklärte Ziel – jedem Kämpfer die Möglichkeit zu geben, sich seinen eigenen Stil mit dem Lichtschwert zu schaffen.

Das Pyramidensystem stellt sich folgendermaßen dar:
SAV-Pyramide

Form I bildet die Basis. Hier werden Stand, Schrittarbeit und die zweihändige Führung des Lichtschwertes erlernt. Form II erweitert diese Basis um die einhändige Führung und beschäftigt sich mit den Grundlagen des Duells. Diese beiden Formen bilden die Basis für die weitere Entwicklung.

Form III konzentriert sich auf die Defensive und den Konter aus der Abwehr heraus.

Form IV stellt den Angriff voran und zieht zur Verteidigung vor allem die ständige Bewegung heran.

Form V lehrt einerseits Finten, Täuschungen und Provokationen, andererseits aber auch, den Gegner mit schierer Kraft zu überwältigen.

Form VI nimmt schließlich Teile von allen anderen Formen und bildet daraus eine neue, wandlungsfähige Form, die die Schwächen der anderen ausgleichen soll. Allerdings verzichtet sie im Gegenzug auch auf viele Stärken zu Gunsten der Balance.

Form VII steht abseits der anderen Formen, da es sich hier mehr um philosophische Konzepte handelt als um echte Kampfformen. Ohne eine solide Grundlage in den anderen Formen ist eine Beschäftigung damit nicht möglich.